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Fianna

Fianna-Glyphe

  • Stammestotem: Der Hirsch
  • Anfangswert für Willenskraft: 3
  • Hintergrundeinschränkungen:
  • Anfängliche Gaben: Feenlicht, Gift widerstehen, Hasensprung, Überzeugungskraft, Zwei Zungen

Freud und Leid, Liebe und Krieg, Leben und Tod – das Leben ist eine Ansammlung von Gegensätzen, und die Fianna begrüßen sie mit offenen Armen. Der Stamm des Hirschs besteht aus leidenschaftlichen Garou, die die Fleischeslust ebenso genießen wie die abstrakteren Freuden eines gut gesungenen Liedes oder einer tapfer geschlagenen Schlacht. Doch ihre Philosophie ist alles andere als ein schales „Lebe jetzt!"-Konzept. Die Fianna sind berühmte Wissensbewahrer und Barden, die von der Geschichte aller anderen Stämme ebenso fasziniert sind wie von der ihres eigenen. Ihre Galliards genießen eine besonders ehrenvolle Stellung innerhalb des Stammes, doch sie erwarten von jedem Vorzeichen, die Lektionen der Vergangenheit zu lernen.

Die Wurzeln der Fianna liegen in Westeuropa, wo sie besonders mit den Kelten Umgang pflegten. Diese kulturelle Identität betonen sie vielleicht stärker als die meisten anderen Stämme; ihre Mitglieder heiraten selten Partner, die nicht keltischer Abstammung sind, und sie bevorzugen es, ihre Waffen und Fetische im Andenken an „die alten Tage" mit Knotenmustern zu verzieren. Sie haben viele alte Feindschaften mit anderen europäischen Garous, die ihre Grenzen bedroht haben, sowie mit den Uktenas und Wendigos, die während der europäischen Kolonisierung Amerikas ihre Feinde waren. Die Fianna versuchen, hinsichtlich dieser Rivalitäten großzügig Nachsicht walten zu lassen, sie erinnern sich ihrer, messen ihnen allerdings nicht zu viel bei – eine Einstellung, die ihre Rivalen selten teilen.

Die meisten Fianna sind leidenschaftlich gern in Gesellschaft und wissen Feste und Versammlungen aller Art sehr zu schätzen. Sie sind von großer Heiterkeit geprägt, lieben intensiv, und ihre Verzweiflung ist tief und neigt dazu, zu Harano zu werden. Introvertierte Fianna sind selten und nicht besonders beliebt; ihre Stammesgeschwister drängen sie zumeist, „sich locker zu machen" und die lärmenden Versammlungen der Fianna mehr zu genießen. Metis sind noch schlimmer dran. Nach Ansicht der Fianna ist ein missgebildeter Körper ein Zeichen eines missgebildeten Geistes, und sie behandeln ihre Metis-Welpen sehr streng – Metis haben niemals Autoritätspositionen innerhalb des Stammes inne. Welch traurige Ironie ist es da, dass die Fianna mit ihrer glühenden Leidenschaft und ihrer Liebe zur Romantik besonders dazu neigen, mit anderen Garou zu sündigen und diese armen Kinder zu zeugen.

Die leidenschaftliche, sprunghafte Art der Fianna manifestiert sich sogar in ihren Wolfsgeborenen. Fianna-Lupi haben durchweg einen Hang zur Kunst, bevorzugen aber natürlich vor allem Lieder und Geheul. Manche (sowohl innerhalb als auch außerhalb des Stammes) vermuten, dass diese gemeinsame Eigenschaft eine Dosis Feenblut verrät – es gibt viele alte Geschichten von Fianna, die Seite an Seite mit Feenherrschern kämpften und tragische Liebesgeschichten mit dem Alten Volk erlebten.

In gewisser Hinsicht sehen sich die Fianna als Hüter der Kultur der Garou. Sie glorifizieren den Krieg, in dem zu kämpfen jeder Werwolf geboren wird, singen Liebeslieder, die betonen, wie wichtig es ist, sich um seine Familie zu kümmern, und bewahren die Geschichten von alten Siegen und Niederlagen. Sie stürzen sich begeistert in den Kampf und hoffen, ihren Vettern ein leuchtendes Vorbild zu sein. Doch selbst wenn die Blicke keines anderen Stammes auf ihnen ruhen, kämpfen die Fianna ebenso wild wie jeder andere Garou.

Doch dank alter Rivalitäten und ihres hitzigen Gemüts können die Fianna ebenso ein spaltender Keil sein wie ein einender Einfluss. Es fällt ihnen schwer, eine wohlformulierte Stichelei auszuhalten oder einem Rivalen die Hand zu schütteln, der ihre Blutsgeschwister schlecht behandelt oder auch nur beleidigt hat. Manche Garou nehmen sie nicht ernst; andere können die Temperamentsausbrüche der Fianna nicht so leicht abtun. Es ist gut, dass sich der Stamm schon so lange in geschliffenen Formulierungen übt. Was immer passiert, die Anwesenheit eines Fianna wird sicher dafür sorgen, dass es nicht langweilig wird.

Erscheinungsbild

Bei den Fianna manifestiert sich Reinrassigkeit in rotem oder schwarzem Fell und einer oft überraschend großen Lupusgestalt. Fianna nutzen oft Gaben, um ihre Augen grün leuchten zu lassen und lehren ihre Welpen, mit schöner Eloquenz zu heulen.

Blutsgeschwister und Revier

Obgleich sie stets Orte bevorzugen, die sie an „die alte Heimat" erinnern, etwa wogende, grüne Hügel und dichte, alte Wälder, findet man Fianna fast überall, wo sich ihre Blutsgeschwister, die überwiegend keltischer Abstammung sind, niedergelassen haben. Außerhalb der Britischen Inseln sind sie vor allem in Australien und Neuseeland, Kanada und den USA (besonders in den Appalachen) verbreitet. Die Fianna achten besonders gut auf ihre Blutsgeschwister – die meisten ihrer blutigen Scharmützel mit anderen Stämmen erwachsen aus deren Problemen mit ihren Blutsgeschwistern. Der Großteil ihrer Wolfsverwandtschaft lebt in Nordamerika, außerdem gibt es ein paar, die sich in europäischen Naturparks und Reservaten verstecken.

Stammestotem

Der Hirsch, der für die Liebe der Fianna zum Leben steht. Die Brut des Hirschs besteht in erster Linie aus Tiergeistern wie dem Hasen, dem Impala, dem weißen Hirsch und der Hindin sowie einigen Naturgeistern wie dem Bach, der Morgenröte und dem Korn.

Charaktererschaffung

Die Fianna sind ein geselliger Stamm, und hohe gesellschaftliche Werte sind bei ihnen an der Tagesordnung. Sie ermutigen die meisten ihrer Mitglieder, sich zumindest oberflächlich mit Vortrag zu befassen.

Stereotypen

Was die Fianna über die anderen Stämme sagen:

Glaswandler
Es spricht von einem seltsamen ästhetischen Empfinden, eine stinkende Stadt einem kühlen Waldstück vorzuziehen. Wahrscheinlich spinnen hinter ihren Augäpfeln Spinnen ihre Netze.
Kinder Gaias
Gern gesehene Gäste bei jeder Versammlung, auch wenn es sehr anstrengend ist, sie in die richtige Kampfeswut zu heulen, wenn es drauf ankommt.
Knochenbeißer
Sie wissen viel über Loyalität und Freundschaft, vor allem in schlechten Zeiten. Wenn man sich ihren Respekt verdienen kann, ist es gut, sie als Freunde zu haben.
Nachfahren des Fenris
Blutrünstige Berserker und Mörder. Irgendwo tief in ihnen sind die Überreste eines Stammes, den wir unseren Freund hätten nennen können, doch sie wurden schon vor Jahrtausenden verschüttet.
Rote Klauen
Stark, urtümlich und mit lauter Eigenschaften versehen, für die wir sie bewundern würden, würden sie nicht verdammt noch mal jeden einzelnen Menschen hassen, den wir lieben.
Schattenlords
Klug, bösartig und effektiv, aber wer seinen König aus Prinzip nicht respektiert, auf den sollte man ein Auge haben.
Schwarze Furien
Nimm sie am besten ernst, auch die, die nicht über den Tellerrand hinausschauen können. Wenn sie glauben, du wollest sie bevormunden, machen sie ein Loch in dich.
Silberfänge
Wir schulden ihnen Loyalität, und diese Schuld wiegt manchmal sehr schwer.
Sternenträumer
Wir sind Garou. Wir müssen verbrennen, nicht dahinwelken!
Stille Wanderer
Die machen mir Angst. Da glaubt man, man hätte eine wirklich tragische Geschichte erzählt und sie schauen einen nur an, als wollten sie sagen „Ist das alles?"
Uktena
Schattenlords in der Politik, Uktena im Hinblick auf Geister und das Umbra – diese ganze Heimlichtuerei macht mir ein wenig Angst.
Wendigo
Nicht all unsere Lieder gehen gut aus. Die Ballade von uns und den Wendigo ist noch nicht vorbei, aber zwischen uns herrscht schon ewig ein tragisches Chaos, und ich bin nicht sicher, ob das je besser wird.

Stimme der Fianna

„In uns brennt das Blut von Helden!
Voll Stolz sehen die Geister unserer Ahnen uns stark und treu stehen!
Selbst der Wyrm erzittert, wenn wir heulen!
AAAAUURROOOOO!"